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Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz bedeutet, selbst alles Nötige finden, beurteilen und umsetzen zu können, was der Gesundheit hilft. Ziel einer hohen Gesundheitskompetenz ist, Urteile fällen und Entscheidungen treffen zu können, die die Lebensqualität während des gesamten Lebensverlaufs erhalten und verbessern.

Es bedeutet aber auch, Umgebungen zu schaffen und zu optimieren, die dies möglich machen. Beispiele dafür sind: einfachere und mehrsprachige Formulare, Broschüren in leichter Sprache, partizipative Mitgestaltung von Materialien mit betroffenen Zielgruppen, einfacher Zugang zu Informationen und Angeboten, Unterstützung in der Navigation durch Organisationen wie etwa verständliche Leitsysteme in Krankenhäusern und vieles mehr. Das heißt, die Gesundheitskompetenz ist nicht nur ein individuelles Thema, sondern auch ein Sozialpolitisches.

Health Literacy wird als „the cognitive and social skills which determine the motivation and ability of inidividuals to gain access to, understand and use information in ways which promote and maintain good health“ beschrieben (Weltgesundheitsorganisation 1998, S.10). Übersetzt wird Health Literacy als Gesundheitskompetenz bezeichnet.

Gesundheitskompetenz ist laut Ilona Kickbusch – einer der Pionierinnen der Gesundheitsförderung – eine der wichtigsten Kompetenzen des 21. Jahrhunderts. Gesundheitskompetenz dient als Basis für alltägliche Entscheidungen und Handlungen. In der Gesundheits- und Multioptionsgesellschaft ist jede Entscheidung auch eine Gesundheitsentscheidung.

Kickbusch, 2006, Gross 1994

Eine Zusammenfassung über Gesundheitskompetenz und die Ergebnisse der europaweiten Studie, der Health Literacy Survey (2009 – 2012) sind im folgenden Film zu finden:

Die HLS EU-Studie zeigt, dass ein wesentlicher Teil der österreichischen Bevölkerung bei der Suche nach Informationen zu Gesundheitsfragen oder Krankheitssymptomen Schwierigkeiten hat. In der Literatur werden vor allem Frauen und Männer mit einem geringen sozioökonomischen Status, Personen mit Migrationshintergrund sowie ältere Personen als vulnerable Gruppen für eine niedrige Gesundheitskompetenz beschrieben. Diesem Umstand tragen die österreichischen Rahmengesundheitsziele, insbesondere das Wirkungsziel 3, Rechnung: in diesem ist die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung als Ziel festgelegt. In den nächsten 20 Jahren soll die Lebenserwartung um zwei gesunde Lebensjahre der österreichischen Bevölkerung erhöht werden. Ziele sind einerseits die persönliche Gesundheitskompetenz zu steigern, das persönliche Verantwortungsbewusstsein zu stärken und andererseits den Zugang zu verständlichen, unabhängigen und qualitätsgesicherten Gesundheitsinformationen zu erleichtern.

Weitere Informationen zu den Gesundheitszielen finden Sie unter dem folgenden Link
https://gesundheitsziele-oesterreich.at/

Wird die individuelle bzw. organisationale Gesundheitskompetenz erhöht, kann zum Beispiel das Gesundheitssystem gezielter genützt werden, damit sind weniger Besuche bei ÄrztInnen notwendig und unter Umständen können Medikamente reduziert werden. Vorsorgeuntersuchungen werden eher in Anspruch genommen, Krankheiten können früher erkannt und damit besser behandelt werden. Die Verantwortung und Motivation der PatientInnen werden erhöht und die Zufriedenheit der PatientInnen und ÄrztInnen steigt.

Das Institut für Frauen- und Männergesundheit setzt seit einigen Jahren Projekte zur Förderung von Gesundheitskompetenz um. Diese Angebote beziehen sich einerseits auf die Verhältnis- und andererseits auf die Verhaltensebene. Diese Programme stellen wir im Menüpunkt Arbeitsbereiche genauer vor.

Umfangreiche Informationen finden Sie auf der Website der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) https://oepgk.at/ und weitere Informationen finden Sie außerdem in den folgenden Downloads:

Broschüre: Kompetent als Patientin und Patient

Werkzeugkoffer zu Gute Gesundheitsinformation Österreich

Das Selbstbewertungs-Instrument zum Wiener Konzept Gesundheitskompetenter Krankenbehandlungsorganisationen

Für NachfragerInnen und WissenwollerInnen

Gute Gesundheitsinformation Österreich

Wie erkenne ich vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen?

Gesundheitskompetenz styria vitalis